22.02.2021: Das C9.25 traf bei mir mit perfekter Kollimation ein. Und jetzt, im Jannuar 2021 ist es noch immer gut kollimiert. Aber irgendwann wird es das nicht mehr sein. Und dann? Deshalb habe ich mich nach einer sehr einfachen Möglichkeit umgesehen, wie ich das Gerät wieder korrigieren kann, wenn es dann mal verstellt ist. Ich habe drei Methoden gefunden:

  1. Am Stern (kann auch ein künstlicher Stern sein). Der Stern wird unscharf gestellt, der Schatten von dem Sekundärspiegel wird in dem Beugungsscheibchen zentriert.
  2. Mit einem Laser. Diverse Firmen bieten Laserkollimatoren an, mit denen auch am Tage das Teleskop eingestellt werden kann. Für eine Kollimation eines SCT’s wird eine Markierung in der Mitte des Sekundärspiegels benötigt.
  3. Mit dem TSRCKOLLI von TS, eine einfache „Kunststoffbüchse“ im 2“-Maß, mit einer weißen und einer roten LED-Beleuchtung und einem „Guckloch“. Wenn man durch das „Guckloch“ schaut, sieht man in dem Sekundärspiegel diverse Markierungen von dieser „Kunststoffbüchse“. Diese müssen konzentrisch mit den drei Schrauben der Sekundärspiegelhalterung eingestellt werden. Auch dieses Gerät kann am Tage verwendet werden, benötigt jedoch auch eine Mittelmarkierung auf dem Sekundärspiegel.

Meine Anforderungen an eine einfach Kallimation sind schnell aufgeschrieben: Es muss am Tag möglich sein (um keine kostbaren Nächte damit zu verbrauchen), die Kollimation durchzuführen und es muss einfach und für das Teleskop sicher sein.

Methode 1 fällt somit sofort heraus, da ich nicht mit einem Schraubenzieher im dunklen vorne an der Schmidtplatte herumfummeln will. Methode 2 und 3 sind zwar am Tage durchführbar, jedoch muss man auch bei diesen Methoden vorne und hinten an das Teleskop heran (hinten reinschauen bzw. den Laserstrahl ablesen und vorne herumkorregieren).

Aber wozu hat man denn Kameras? Bei der Betrachtung der Methode 3 in Form eines gekauften Exemplars kam mir die Idee, dass man das menschliche Auge doch elegant mit einer Kamera tauschen könnte, dann kann man am Tage das Teleskop sicher auf einen Tisch stellen mit der Front nach vorne, den Laptop neben das Teleskop und kann elegant am Bildschrim direkt die Wirkungen der Korrekturen an den Schrauben des Sekundärspiegels beobachten bis alles konzentrisch ist.

Eine Kamera lässt sich an das TSRCKOLLI natürlich nicht ankoppeln, das „Guckloch“ ist viel zu klein. Auch würde eine Kamera an dieser Stelle kein verwertbares Bild liefern, sie kann ja nicht abbilden, es fehlt die Abbildeoptik. Nun gibt es aber die schöne ZWO ASI120MM-S-Kamera! Diese hat eine fest angedrehte 2“-Aufnahme und ein Adapter für ein CS-Mount-Objektiv! Damit sollte sich doch das gleiche Verhalten wie mit einem TSRCKOLLI elektronisch nachbilden lassen!

Glücklicherweise passt ein CS-Mount-Objektiv einwandfrei und leicht in eine 2“-Hülse, die ASI120MM kann also mit einem angebauten CS-Objektiv in eine 2“-Hülse gesteckt werden die hinten auf das SC-Gewinde des Teleskops aufgeschraubt ist. Und siehe da, die Kamera bildet sich selber auf dem Sekundärspiegel ab. Da der Abstand Kamera-Sekundärspiegel in meinem C9.25 kleiner ist als der kürzeste Fokusbereich meines CS-Objektivs, ist das Bild nicht ganz scharf, was allerdings für den Anwendungszweck kein Problem darstellt. Ich habe einfach die kleinst Blende eingestellt (16), das erhöht die Schärfentiefe und als kleiner Nebeneffekt sieht man auf dem Bild genau das Zentrum der Kamera (die kleine Blendenöffnung).

Hier das Bild des Skeundärspiegels mit dem Abbild der ASI120MM mit CS-Objektiv. Das Bild ist mit N.I.N.A. aufgenommen, über das Bild ist das geniale Progrämmchen „Al’s Collimation Aid“ gelegt, welches konzentrische Kreise anzeigt, mit denen leicht und genau geprüft werden kann, ob das System konzentrisch ist. Wenn der Sekundärspiegel die Kamera genau in der Mitte abbildet, dann ist die Kamera, die Spiegeloberfläche und der (negative) Brennpunkt des Spiegels genau in einer Linie (also kollimiert). Auf dem Bild sieht man, dass das System nicht mehr perfekt kollimiert ist.
Hier ist der Sekundärspiegel leicht dekollimiert. Für dieses Bild habe ich lediglich den Überwurfring des FastStar’s gelockert.

09.08.2020: Neu! Das Celestron 9.25 habe ich nagelneu erworben! Es wurde vom Händler perfekt kollimiert und dann zu mir geschickt. Es ist unten mit einer 3“-Schiene (Losmandy-Level) ausgestattet, es lag eine GP-Level-Schiene für oben dabei. Die GP-Schiene muss das ETX-70 als Guide- und Leitrohr (Plate Solving) tragen.

Die LXD600 habe ich für dieses Teleskop mit einer 3“-Prismenklemme von Baader ausgestattet. Um die Klemme auf die LXD600 schrauben zu können, ist ein Abstandsring notwendig, der ein 54mm „Innenloch“ bei einem 101mm Außendurchmesser aufweisen muss. Solche Ringe sind einfach im Internet bei einem entsprechenden Dienstleister bestellbar, der schneidet diesen mit einer Wasserstrahlanlage aus einer Aluplatte aus. Mein Ring war 15mm dick. Bei Bedarf werden auch Lochkreise in den Ring gebohrt, für die LXD600 benötige ich zwei Löcher auf einem 76mm Kreis mit Flachsenkung für eine M10-Schraube (die LXD600 benutzt hier zwei 3/8-16 UNC-Schrauben, welche wunderbar in eine M10-Flachsenkung passen). Nach ca. 7 Arbeitstagen traf die Scheibe ein. Von mir waren noch die vier M6-Gewinde zu bohren um die Prismenklemme aufschrauben zu können.

Das C9.25 ist so schwer, dass die Prismenklemme mit einem Inbusschlüssel angezogen werden muss, damit es in der Polarausrichtung nicht nach unten wegrutscht.

Das C9 ist „out of the box“ mit einem 1,25“-SC-Backend, 1,25“-Zenitspiegel und einem 25mm Plössel-Okular von Celestron ausgestattet. Erweitert habe ich es durch einen Baader Crayford 2“-Okularauszug, um dem Spiegelshifting zu entkommen, ein 2“-Zenitspiegel und ein Baader Hyperion 36mm Okular.

Das Hyperion 36mm Okular vignettiert sehr stark in einem 1,25“-Auszug, hierfür wird unbedingt das 2“-Zubehör benötigt. Aufgrund von Lieferengpässen fehlte der 2“-Auszug zu Beginn, so dass ich die ersten Beobachtungen mit dem mitgelieferten 1,25“-Zenitspiegel durchführen musste.

Insgesamt lässt sich nicht viel zum C9.25 sagen, es ist ein sehr gut gebautes Schmidt-Cassegrain-Teleskop, der Fokus-Knopf läuft ausgesprochen leichtgängig, visuell ist kaum (eigentlich überhaupt nicht) ein Spiegelshifting zu bemerken. Im Hyperion 36mm-Okular ist eine ganz leichte Verzerrung der Sterne im äußeren Sichtbereich bemerkbar jedoch nicht störend.

Über die optischen Qualitäten wird sich wahrscheinlich mehr sagen lassen, wenn ich eine Kamera für dieses Teleskop habe bzw. ein kurzbrennweitiges Okular um das Beugungsscheibchen in hoher Vergrößerung zu betrachten.

Brennweite:2350mm
Öffnung:235mm
Öffnungsverhältnis:f/10
Öffnungsverhältnis Hauptspiegel:f/2.2
Obstruktion:36%

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.