Es ist Mühsam! Wirklich Mühsam die gesamte Ausrüstung aus dem Haus zu tragen, aufzubauen, Beobachten und dann alles wieder abbauen! Und am nächsten Morgen um 6:00 aufstehen! Doch dafür ist mir eine Lösung eingefallen: Ein Observatorium! Das Teleskop ist immer aufgebaut, es kann in kurzer Zeit zu den Sternen schwenken und nach den Beobachtungen ist es schnell wieder „Eingemottet“ und man kann den Rest der Nacht zum Schlafen nutzen!

Ein Dom kam nicht in Frage, da es im Dach schon ein Ausschnitt gab, den ich dafür nutzen kann. Für diesen Ausschnitt musste ich ein Schiebedach anfertigen, welches nach unten herabgelassen werden kann. Um es nun auch Dicht zu bekommen (nur Wasserdicht, Luftdicht nicht, das Teleskop soll immer der Außentemperatur ausgesetzt sein) wird es einfach durch einen Hebemechanismus angehoben und kann dann über die Dichtfalze hinweggleiten. Der Dichtfalz ist aus stabilen T-Alustangen, das Schiebedach ist mit Bleiblech und Dachpappe gegen schlechtes Wetter geschützt.

Das Teleskop ruht auf einer 180mm-Stahlsäule welche über einen elektrischen Zylinder nach dem Öffnen des Daches in Position „schwingt“. Damit schaut das Teleskop beim Beobachten ein gutes Stück über die Dachkante hinaus. Die Montierung ist auf einen Aluminiumring mit 200mm Durchmesser und einem Innenloch von 65mm montiert. Drei M12-Edelstahlschrauben verbinden in einem Lochkreis von 180mm den Aluring mit der Stahlsäule und erlauben ein genaues Nivellieren der Montierung.

Die Säule ist ausgesprochen Steif und schwingt überhaupt nicht. Die Schweißnähte halten sehr gut, aber ich bin kein Schweißkünstler!

Musikalische Untermalung von: Kostenlose Musik von musicfox

Das Observatorium ist in einen Kaltraum mit dem Teleskop und einem Warmraum mit dem Steuerrechner und Sofa aufgeteilt.

Mit diesem Observatorium habe ich das Teleskop schneller Betriebsbereit als ich für das Erhitzen von Wasser für einen Tee in einem Schnellkocher benötige. Ich habe es ausprobiert!

Das gesamte Observatorium wird über einen antiken Hauptschalter nach dem Beobachten komplett stromfrei geschaltet. Der Hauptschalter, der eigentlich für 3-Phasen à 32A ausgelegt war (damals, als er Neu war…), muss jetzt nur noch 12V à 100mA schalten und steuert ein Schütz an. Das Teleskop und der Elektrozylinder werden über ein 8.5 A Schaltnetzteil (Dauerkurzschlussfest) versorgt, jeweils abgesichert mit 5A PTC-Sicherung. Das Netzteil und die Sicherungen sitzen in einem Metallkasten, der auch die Richtungssteuerung für den Zylinder enthält (zwei Relais und zwei Taster). Die Taster der Zylindersteuerung sind rot beleuchtet, sie reichen aus, den Fußbodenbereich beim Teleskop so zu erleuchten, dass man nicht stolpert aber auch nicht die Dunkeladaption verliert.

Zum Teleskop führen nur noch zwei Leitungen, 12V und ein USB 3.0-Kabel für die Kommunikation mit allen Geräten. Beide Leitungen führen vom Boden über die Säule zu einem Power/USB-Hub der auf dem C9.25 thront. Von diesem Hub verteilen sich alle Leitungen zu den Gerätschaften.

Einfache Verteilung von Kommunikation und Power vom Dach des Teleskopes. Der Power/USB-Hub ist mit einem 3D-Gedruckten Adapter auf die GP-Schiene aufgeklemmt.

Das Observatorium ist vom Boden und den dort entstehenden Tau soweit entfernt, dass ich auf eine Taukappe verzichten kann. Ein Heizband ist einfach um die Fassung der Schmidt-Platte gewunden, ein anderes hält die Optik der Guidingkamera etwas auf Temperatur. Mit dem Observatorium habe ich auch die Optik für das Guiden gewechselt. Ein 300mm-Teleobjektiv auf der ASI120MM-Pro ergibt einen ausgesprochen leichten und kleinen Guider. Die Baulänge und das Gewicht sind deutlich Reduziert gegenüber dem ETX-70. Somit kann der Guider einfach unter dem Teleskop auf der 3“-Schiene sitzen und der Hebel, der auf die Montierung wirkt, ist deutlich reduziert. Die Sterne sind kreisrund!

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