Der Himmelsmantel im Orion

Der große Orionnebel oder aber auch M42 ist ein kleiner Teil der im Sternbild Orion weit verteilten Molekülwolken. Große Teile dieser Wolke sind nicht sichtbar, bei M42 wird jedoch ein Teil der Wolke von einem Sternhaufen, dem Trapezium zum eigenständigen Leuchten angeregt und fällt damit unter die Klasse der Emissionsnebel. Der Trapez-Haufen hat seinen Namen von den vier hellsten Sternen dieses Haufens bekommen, die in einem Trapez angeordnet sind. Die hellste Komponente, Orionis C, ist wiederum ein Mehrfachsystem, C1, C2 und C3, diese zu trennen erfordert jedoch ein großes Teleskop. C1 ist in diesem Mehrfachsystem der hellste Stern, ein blauer Riese mit 34 Sonnenmassen, so schätzt man. Er gehört zu den hellsten der bekannten Sternen. Da er jedoch 1500 Lj von uns entfernt ist, erscheint er am Himmel nur mit 5,1mag.

Dieses Bild gibt einen Überblick über den großen Orionnebel, der mit dem bloßen Auge bei guter Sicht als verschwommener Fleck wahrgenommen werden kann. Dieses Bild zeigt eine typische Sicht auf den Nebel bei der das Trapez nur als helle, überbelichtete Region abgebildet wird und nicht in die Einzelsterne aufgelöst ist. Das Trapez drückt die Molekülwolken mit seinem Sternenwind von sich weg, weshalb sich dieser wunderbare „Mantel“ bildet, der das Trapez zu umhüllen scheint. Auf dem Bild ist rechts von dem Nebel ein hellerer Stern zu sehen und links eine Gruppe hellerer Sterne. Diese Sterne und M42 bilden das mit bloßem Auge deutlich sichtbare Schwert des Orion.

Dieses Bild habe ich mit meinem ETX-70, montiert auf der LXD600 und einer ASI1600 am 13.02.2021 aufgenommen. Es besteht aus mehreren Bilder mit jeweils 20 sec. Belichtung. Bei dieser RGB-Aufnahme ist der R-Kanal mit dem Ha-Filter aufgenommen, der B-Kanal mit dem [OIII]-Filter. Es handelt sich also um ein Falschfarbenbild. Das ETX-70 hatte ich eingesetzt, da das C9.25 auf der LXD600 windanfällig ist und in den paar klaren Nächten im Februar ein starker Wind wehte.

[fullsize M42 ETX-70]

Dieses Bild zeigt den Nebel in der typischen Rotfärbung von Ha-Emissionsnebeln. Das besondere an diesem Bild ist, dass das Trapez nicht überbelichtet ist und im Zentrum des großen Orionnebels sichtbar ist. Links von dem Mantel des Trapeziums ist eine weitere Blase zu sehen, welche typisch ist für junge, heiße Sterne, die die Molekülwolke, aus der sie hervorgegangen sind, von sich weg drücken.

Der Orionnebel hat einen Durchmesser von ungefähr 24 Lj und wird auf ein Alter von ca. 3 Millionen Jahren geschätzt.

Das Bild wurde am 12.02.2021 mit meinem C9.25 und einem Reducer (f/6.3) aufgenommen. Montiert war das Teleskop auf der LXD600-Montierung von MEADE mit dem OnStep-Antrieb. Es ist ein RGB-Komposit mit RGB -Filtern. Mehrere Bilder, jedes 3 sek. belichtet.

[fullsize M42]

Aufnahme des Trapezes mit meinem C9.25 f/10 und der ASI1600MM Pro. Dieses Bild löst sechs der acht sichtbaren Sterne des Trapezes auf. C ist das Mehrfachsystem mit dem blauen Riesen C1. Das Bild ist ein Komposit aus [SII] für Rot, Ha für Grün und [OIII] für blau, jeweils 10 sekunden belichtet. Die Komponente F ist als schwache Ausbuchtung an C zu sehen. Zwischen C und D ist mit viel gutem Willen die Komponente G zu erkennen.

[fullsize Trapez]

Der Orionnebel ist auf RA 05h 35m 16,5s, DEC −05° 23′ 23″ am Himmel zu finden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.